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Max und Moritz

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Eine große Premiere für kleine Jungs, die „Max und Moritz“ hießen. An einem ungewöhnlichen Ort feierte Regisseurin Ute Sybille Schmitz ihren neuen Kurzfilm. Geladen wurde ins Rathaus Neukölln, wo die Gäste mit Kaffee und Kuchen verwöhnt wurden, bevor es in den BVV–Raum ging. „Hier ins diesem Saal, wo die Bezirksverordnetenversammlung stattfindet, feiern wir heute eine Filmpremiere,“ so die Bezirksvertreterin für Menschen mit Behinderung aus Berlin Neukölln, Frau Smaldino. Sie verwandelte diesen Ort zu einem Kinosaal und ihr war es zu verdanken, dass dieser denkwürdige Raum zu einem anderen Zweck genutzt werden konnte, als zu Abstimmungen und Entscheidungen auf regionaler Ebene.

120 Leute erschienen um den kleinen Film, der eine Länge von 4 Minuten hat, zu sehen. Nina Dentamaro, die gehörlose Schauspielerin, gebärdete den ersten Streich von Wilhelm Busch über die beiden kleinen Lausbuben „Max und Moritz“.

Hier das Gedicht:
Ach, was muss man oft von bösen
Kindern hören oder lesen!
Wie zum Beispiel hier von diesen,
welche Max und Moritz hießen.
Die, anstatt durch weise Lehren
Sich zum Guten zu bekehren,
oftmals noch darüber lachten
und sich heimlich lustig machten.
Ja, zur Übeltätigkeit,
ja, dazu ist man bereit!

Seht, da ist die Witwe Bolte,
die das auch nicht gerne wollte.
Ihre Hühner waren drei
Und ein stolzer Hahn dabei.
Max und Moritz dachten nun:
„Was ist jetzt hier wohl zu tun?“
Ganz geschwinde, eins, zwei, drei,
schneiden sie sich Brot entzwei,
in vier Teile, jedes Stück
wie ein kleiner Finger dick.
Diese binden sie an Fäden
übers Kreuz, ein Stück an jeden.

Aber wehe, wehe, wehe!
Wenn ich auf das Ende sehe!
Ach, das war ein schlimmes Ding,
wie es Max und Moritz ging! Drum ist hier, was sie getrieben,
abgemalt und aufgeschrieben.

Kaum hat dies der Hahn gesehen,
fängt er auch schon an zu krähen:
Kikeriki! Kikeriki!
Tak, tak, tak! – da kommen sie.
Hahn und Hühner schlucken munter
Jedes ein Stück Brot hinunter;
Aber als sie sich besinnen,
konnte keines rechts von hinnen.
In die Kreuz und in die Quer
Reißen sie sich hin und her,
flattern auf und in die Höh,
ach herrje, herrjemine!

Aber wehe, wehe, wehe!
Wenn ich auf das Ende sehe!
Ach, das war ein schlimmes Ding,
wie es Max und Moritz ging! Drum ist hier, was sie getrieben,
abgemalt und aufgeschrieben.
Aber wehe, wehe, wehe!

Ach, sie bleiben an dem langen
dürren Ast des Baumes hangen.-
Und ihr Hals wird lang und länger,
ihr Gesang bang und bänger.
Jedes legt noch schnell ein Ei,
und dann kommt der Tod herbei.

Aber wehe, wehe, wehe!
Wenn ich auf das Ende sehe!
Ach, das war ein schlimmes Ding,
wie es Max und Moritz ging! Drum ist hier, was sie getrieben,
abgemalt und aufgeschrieben.
Aber wehe, wehe, wehe!
Wenn ich auf das Ende sehe!
Ach, das war ein schlimmes Ding,
wie es Max und Moritz ging! Drum ist hier, was sie getrieben,
abgemalt und aufgeschrieben.

Nina Dentamaro war genau die richtige Wahl, um diese Rolle zu besetzen. Sie überzeugte mit ihrer Darstellung und manch einer im Zuschauerraum fühlte sich wie ein kleiner Junge, wenn Nina den Finger zu einem „Wehe, wehe!“ erhob. Dentamaro beeindruckte mit ihrem Talent. Man sah in ihr die Lehrerin, die eine Geschichte über die Streiche von bösen Jungs erzählte.

Die Gebärdensprache ist und bleibt eine wundervolle poetische Sprache, die wieder einmal bewiesen hat, wie wundervoll sie Geschichten erzählen kann.

Dieser Film konnte nur Dank der Unterstützung von „Die Visionäre e.V.“ und „Aktion Mensch e.V.“ entstehen. Weitere Infos zu der Regisseurin und dem Kurzfilm unter: www.utesybilleschmitz.de

Der Kurzfilm ist in voller Länge beim Informationsportal “Taub Wissen” zu sehen!